Von Schlüsselfaktoren…

…ist schnell die Rede, wenn man sich im Internet umsieht und nach „Tipps & Tricks“ für ein erfolgreiches Online-Business sucht. Da scheint es hunderte, ja tausende zu geben, die alle für sich auch ihre Berechtigung haben. Doch Schlüsselfaktoren kann es per Definition nur einige wenige geben. Aber welche sind das?

Genau darüber haben wir uns mit Shane Melaugh unterhalten, dem Betreiber von IMimpact.com und Herausgeber des SECockpit. Shane durchpflügt seit Jahren das Internet nach Lösungen & Strategien, die eine relevante Größe in der Gleichung „Erfolgreiches Online-Business“ haben.

Dabei hat er sich insbesondere mit Keywordanalysen, Konversionstrategien und Suchmaschinenoptimierung beschäftigt. In diesem Gastbeitrag geht er auf die 2… wenn auch nicht ganz neuen aber immer wieder vernachlässigten… Schlüsselfaktoren ein und schildert mit zahlreichen kurzen Tipps, wie man praktisch sofort eine Verbesserung durch die „Kunst der kleinen Schritte“ erreicht…

Die 2 Schlüsselfaktoren im Online-Business

Von technischen Aspekten über das Design bis hin zur Erstellung und Optimierung von Inhalten gibt es unzählige Details zu beachten, wenn wir eine Website erstellen. Wenn Sie schon länger ein Online-Geschäft in irgendeiner Art betreiben, dann wissen Sie, wovon ich spreche.

Wahrscheinlich haben Sie sich auch bereits mit Dutzenden von verschiedenen Themenfeldern rund um Ihre Website befasst. Dabei sieht man vor lauter Bäumen schnell einmal den Wald nicht mehr! Und genau darum geht es in diesem Beitrag. Ich habe die zwei wichtigsten Schlüsselfaktoren herausgefiltert, die den Erfolg einer Website ausmachen.

„Solange Sie diese beiden Faktoren nicht aus den Augen verlieren, sind Sie immer auf dem richtigen Weg zu einem profitableren Online-Geschäft – ganz egal, was genau Ihr Geschäftsmodell ist.“

Gute Inhalte sprechen Menschen und Suchmaschinen an

Der erste Faktor ist der Inhalt Ihrer Website. Egal, ob es sich um Produktbeschreibungen in einem Online-Shop, Preisvergleichstabellen auf einer Affiliate-Website oder Beiträge auf einem Blog handelt. Der tatsächliche Inhalt Ihrer Seite ist immer von zentraler Bedeutung.

Das ist erst mal alles andere als kontrovers. Aussagen darüber, wie wichtig hochwertiger Content für eine erfolgreiche Website ist sind so verbreitet, dass sie schon zu Plattitüden geworden sind. Was aber meist übersehen wird, ist die Frage: was genau ist eigentlich hochwertiger Content? Da muss schließlich mehr als nur ein Bauchgefühl von “Ja, das ist gut” dahinter stecken.

Statt es also einfach bei einer verallgemeinerten Aussage stehen zu lassen, wollen wir uns hier die vier wichtigsten Faktoren für “gute” und “hochwertige” Online-Inhalte anschauen:

1.) Inhalt entspricht dem Anliegen der Besucher

Inhalt entspricht dem Anliegen der BesucherDer erste und wichtigste Faktor ist es, dass die Besucher auf der Seite das vorfinden, was sie sich erhofft haben. Was hochwertig ist und was nicht, hängt nur von den Besuchern und deren Erwartungen ab! Unter hochwertigen Inhalten stellt man sich generell gut verfasste und gut recherchierte Texte vor.

Aber je nach Geschäftsmodell oder Webseitentyp kann hochwertiger Content auch kurz, prägnant und informell sein. Oder vielleicht nur ein Bild, ohne Text. Oder ein Video. Oder vielleicht auch nur ein Inhalt, der unterhaltsam und in keiner Weise informativ ist.

Lassen Sie sich deshalb nie einschränken, weil jemand eine Mindestanzahl Worte pro Artikel empfiehlt. Gestalten Sie Ihre Website nicht basierend auf dem, wie all Ihre Mitbewerber ihre Websites gestalten. Finden Sie statt dessen heraus, was Ihre Besucher wirklich wollen und richten Sie Ihre Website danach aus, dass Sie genau das möglichst effektiv anbieten können.

Hier zwei einfache Arten, um herauszufinden, was die Besucher genau wollen:

  1. Sehen Sie sich Ihre Trafficquellen an (bspw. mit den Google Webmaster Tools, Google Analytics und einer Backlinkanalyse mittels Backlinktest.com oder Ahrefs.com). Dank den Keywords von Suchmaschinen, Links von anderen Seiten etc. sehen Sie, mit welchen Erwartungen neue Besucher an Ihre Website herantreten.
  2. Benutzen Sie ein Feedback Widget, wie z. B. UserReport, um Ihre Besucher direkt zu fragen.

2.) Gute Lesbarkeit und Übersicht der Inhalte

Für sämtliche Textinhalte ist es sehr wichtig, dass eine gute Lesbarkeit gewährleistet ist. Die Gestaltung und Formatierung des Inhaltes sollte das Lesen einfach und angenehm machen. Hier ein paar Richtlinien dazu:

  • Verwenden Sie eine großzügige Schriftgröße. Meine Empfehlung: 14px.
  • Verwenden Sie einen Schriftsatz, der optimal für das Lesen auf einem Bildschirm geeignet ist. Meine Empfehlungen: Verdana, Tahoma, Helvetica oder Georgia.
  • Stellen Sie immer dunkle Schrift auf hellem Hintergrund dar. Schwarz auf weiss ist bewährt und sieht gut aus. Heller Text auf dunklem Hintergrund mag von einem Design-Standpunkt stylish aussehen, ist aber sehr unangenehm zu lesen.
  • Unterteilen Sie Textinhalte in relativ kurze Paragrafen und verwenden Sie (Zwischen)-Überschriften.
  • Bedenken Sie, dass Texte meist erst überflogen werden, bevor sie komplett gelesen werden. Machen Sie Ihren Besuchern das Überfliegen des Inhaltes deshalb einfach und bieten Sie “Ankerpunkte”.
  • Verwenden Sie ein schlichtes Webseitendesign, welches den Nutzer nicht vom Inhalt ablenkt.

„Erst, wenn eine gute Lesbarkeit gewährt ist, werden Sie die meisten Besucher überhaupt dazu bringen, Ihren Inhalt zu lesen!“

3.) Einfache, nachvollziehbare Navigation

Grundsätzlich bin ich immer für Kreativität und neue Ideen, aber die Navigation von Webseiten bildet da eine Ausnahme. Im Falle der Navigation lohnt es sich, mit der Allgemeinheit konform zu gehen, anstatt das Rad neu erfinden zu wollen.

Das Logo oben rechts, die Hauptnavigation horizontal im oberen Viertel der Website, die Seitenleiste zur sekundären Navigation – diese Elemente sind zur Norm geworden.

Webseitenbesucher erwarten die Navigationselemente an diesen Stellen. Wenn sie dort nicht gefunden werden, wird nicht lange gesucht. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Besucher eher eine andere Website aufsuchen werden, als sich auch nur zehn Sekunden Zeit zu nehmen, um sich mit einer fremdartigen oder unklaren Navigation auf Ihrer Seite zu befassen.

4.) Ladegeschwindigkeit

Das beste Design und der beste Inhalt sind komplett umsonst, wenn Ihre Website nicht schnell lädt. Geduldsspannen sind heutzutage sehr kurz, wie diese Statistik von KISSmetrics beweist:

Prozentsatz der Besucher, die die Seite verlassen bei zu langer Ladezeit

Kurz gesagt: die Inhalte auf Ihrer Website müssen zackig ausgeliefert werden, sonst laufen Ihnen die Besucher davon.

Die Optimierung von Ladegeschwindigkeiten wäre ein Thema für einen komplett separaten Artikel, daher will ich es für heute mit Folgendem belassen: Sie können Ihre Website hier kostenlos testen und gleichzeitig auch Vorschläge dazu bekommen, wie Sie die Ladezeit verkürzen können. Damit wäre das Thema “Inhalt” also abgeschlossen und wir kommen zum zweiten Schlüsselfaktor:

Konversion – bringen Sie Ihre Besucher zum Handeln!

Egal, was Ihr Geschäftsmodell ist, Sie haben irgend ein Konversionsziel auf Ihrer Seite. In manchen Fällen wird es ein einziges Konversionsziel für die gesamte Website sein, und in anderen Fällen wird es verschiedene Ziele auf verschiedenen Seiten geben.

Auf einer Website, wo ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung angeboten wird, gibt es in der Regel ein einziges Koversionsziel. Das Ziel ist z. B. die Besucher zum Kauf oder zur Kontaktaufnahme mit Ihrem Verkäufer-Team zu überzeugen.

Auf einer Affiliate-Seite oder einem Blog wird es oft unterschiedliche Ziele auf verschiedenen Seiten geben. Auf manchen Seiten ist das Ziel ein Klick auf einen Affiliate-Link, auf anderen ist das Ziel ein Eintrag in die Mailingliste usw.

„Wichtig ist, dass Sie für jede Seite ein ganz klares Ziel definieren – andernfalls kommt es einem Blindflug gleich, und der Nutzer weiß nicht, was er jetzt genau tun soll.“

Handlungsaufruf – Call to Action

Natürlich nützt es wenig, wenn Sie lediglich wissen, was die Ziele auf Ihrer Website sind. Sie müssen auch Ihren Besuchern klar machen, was zu tun ist.

Sorgen Sie deshalb für einen klaren Handlungsaufruf! Es mag fast banal erscheinen, aber selbst die offensichtlichsten Handlungsaufrufe bringen meist positive Resultate. Hier eine Illustration dazu:

Unterschiedliche Konversion mit & ohne HandlungsaufrufBei einem Video gibt’s nur eine mögliche Aktion: den Play-Button klicken, um das Video zu starten. Dennoch werden Sie eine erhöhte Abspielrate sehen, wenn Sie mit einem ganz einfachen Handlungsaufruf darauf hinweisen.

Weiter lässt sich die Klickrate steigern, indem Sie den Nutzer nicht nur zur Handlung auffordern, sondern gleichzeitig ein kleines “Versprechen” machen, was danach passiert. Dasselbe gilt für Handlungsaufrufe im Text. Beschreiben Sie klipp und klar, was ein Besucher tun soll und was ihn danach erwartet.

Inhalt und Konversion vereinen

Nun haben wir die zwei Schlüsselelemente zu einer erfolgreichen Website behandelt. Zu Beginn des Artikels habe ich versprochen, dass Ihnen diese beiden Faktoren dabei helfen werden, einfacher effektive Webseiteninhalte zu erstellen.

Wenn Sie eine neue Seite erstellen oder eine existierende optimieren, dann halten Sie sich immer den folgenden, idealen Ablauf vor Augen:

  1. Als Erstes wollen wir die Besucher dort abholen, wo sie sind. Wir wollen ihnen genau das bieten, was sie suchen und von Anfang an sehr deutlich machen, dass hier eben das geboten wird, was sie suchen. So gewinnen wir die Aufmerksamkeit der Besucher und stellen sicher, dass sie nicht wieder direkt von der Seite verschwinden.
  2. Im Verlaufe des Inhaltes führen wir die Besucher dann hin zu unserem Konversionsziel.
  3. Der Übergang sollte idealerweise fließend sein, so dass nicht der Eindruck entsteht: “Hier endet der Inhalt und nun beginnt die Werbung”.

„Eine Website, die den Schwerpunkt nur auf Inhalt legt, wird zwar viele interessierte Besucher haben, aber sehr wahrscheinlich wenig Umsatz generieren.“

Eine Website, die den Schwerpunkt nur auf Konversionen setzt, wird die meisten Besucher sofort verlieren. Während wir alle gerne kaufen, mag niemand offensichtliche Werbung.

Idealerweise sollte es also so aussehen:

Beginnend mit optimalem Inhalt, Content & Texten

Zusätzlich bewährt es sich oft, entweder unter der Hauptnavigation oder als Erstes in der Seitenleiste eine “Werbung” und einen Handlungsaufruf zum Konversionsziel zu setzen. Dieser sollte sich deutlich vom Inhalt unterscheiden, aber nicht zu sehr ablenken und nicht zu viel Platz einnehmen.

Von neuen Besuchern wird dies meist ignoriert, aber es gibt wiederkehrenden Besuchern auf jeder Seite die Möglichkeit, ganz einfach den Weg zum Ziel zu finden. Hier die Illustration dazu:

Vordefinierte Werbeplätze mit guter Sichtbarkeit

Umsetzen und Testen

Wie gesagt: wenn Sie diese beiden Faktoren in den Augen behalten, dann vermeiden Sie bereits ein paar der häufigsten Fehler, die von Webmastern gemacht werden. Damit befinden Sie sich auf dem richtigen Weg zu einer profitableren Webseite! Nun gilt es nur noch, das gewonnene Wissen umzusetzen und auf Ihrer Website auszutesten.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg!
Shane Melaugh

Über den Gastautor

Shane Melaugh ist ein Unternehmer aus der Schweiz. Er vermarktet verschiedene Software- und Informationsprodukte im englischsprachigen Raum und ist Autor des „SECockpit„, einer professionellen Lösung für mehr Besucher und Umsatz Dank ausgefeilter Keywordanalyse. Shane’s (englischer) Blog ist hier zu finden: www.imimpact.com.